Störungen der Fein- und Grafomotorik

Keine Lust zu malen? Zu viel Druck beim Zeichnen und Schreiben? Eine ungünstige Stifthaltung? Eine unleserliche Schrift?

Die Probleme beim Malen und Schreiben können vielfältig sein.

Für eine gute Schreibmotorik ist ein funktionierendes Zusammenspiel zwischen Wahrnehmung und Motorik notwendig. Wichtige Voraussetzungen für das Malen und Schreiben sind die Aufrichtung im Sitzen und die Stabilität in Hüfte, Rumpf, Schulter und in den Gelenken des Schreibarmes.

Langzeitstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen früh erworbenen motorischen Kompetenzen und der späteren kognitiven Entwicklung. Es konnte aufgezeigt werden, dass ein wesentlicher Einflussfaktor für späteren Schulerfolg neben der Aufmerksamkeitssteuerung und des Allgemeinwissens die Feinmotorik ist.

Wie kann nun eigentlich das Klettern die Schreibmotorik verbessern?

In einer Studie[i] der Ergotherapeutin Astrid Fridrich, Msc, über die Auswirkung der Klettertherapie bei grafomotorischen Problemen zeigt sich eine signifikante und auch nachhaltige Verbesserung der Schreibmotorik.

Ein großer Anteil der Fertigkeiten, die für das Zeichnen und Schreiben Voraussetzung sind, wird auch beim Klettern trainiert. Fertigkeiten, die durch die Therapie erworben wurden, können dann im Alltag gefestigt und weiterentwickelt werden.

Im Bereich des sensomotorischen Lernens kommt es darauf an, dass einzelne Bewegungsmuster nicht isoliert als Splitterfertigkeit eingeübt werden, sondern dass sie in verschiedenen Situationen variationsreich wiederholt werden. Durch Variationen wird ein Bewegungsmuster erweitert und dadurch kann das Kind die Bewegungsmuster auf andere, ähnliche Situationen übertragen.

  • Klettern bewirkt eine Verbesserung des Haltungshintergrundes und der Rumpfstabilität.
  • Klettern fördert das Zusammenspiel beider Körperhälften, koordinierte Schulter-Arm-Bewegungen, Handgelenksbeweglichkeit sowie die Hand-Hand-Koordination.
  • Klettern verbessert die Auge-Hand-Koordination.
  • Klettern fördert das Überkreuzen der Körpermitte und unterstützt die Ausbildung der Händigkeit.
  • Durch die verschiedenen Griffformen sind zahlreiche Griffvarianten sowie Präzisionsgriffe notwendig und auch der Tastsinn wird geschult.
  • Die Kraft der Hände und Finger muss entsprechend dosiert werden - eine wichtige Voraussetzungen für eine ökonomische Stifthaltung.
  • Klettern ermöglicht Körper-Raum-Erfahrung und eine bewusste Orientierung im Raum. Dies ist vor allem beim gegenständlichen Zeichnen und beim Schreiben von Buchstaben wichtig.
  • Weiters werden verschiedene Aspekte der visuellen Wahrnehmung trainiert.

[i]
http://www.inter-uni.net/static/download/publication/psychosozial/SZ_Fridrich_Kinder_Therapeutisches_Klettern.pdf

Kinder halten sich an Griffen an der Wand