ADHS/ADS

Kinder mit ADHS fallen durch Unaufmerksamkeit, Impulsivität und einen großen Bewegungsdrang auf.

Durch Schwierigkeiten in der Muskeltonus- und Kraftdosierung erfolgen die Bewegungen sehr hastig oder ungeschickt. Es fällt ihnen schwer abzuwarten, bis sie an der Reihe sind und sich an Regeln zu halten. Oft haben sie auch Schwierigkeiten, strukturiert zu handeln, Aktivitäten zu planen und das passende Erregungsniveau für die jeweilige Tätigkeit zu entwickeln. Durch Probleme in der Reizfilterung sind sie schnell überstimuliert.

Wirkungsweise des therapeutischen Kletterns

Zusammenhang von Muskelspannung und Aufmerksamkeit

Die Muskelspannung wird durch die Bewegungsempfindung der Muskeln und Gelenke und durch die Rückmeldung des Gleichgewichtsinnes reguliert. Eine gute Muskelspannung führt zu einer aufrechten Haltung  und dient als Voraussetzung für gut dosierte und gezielte Bewegungsabläufe.  Die Muskelspannung wird in der gleichen Gehirnregion verarbeitet, in der auch die Wachheit reguliert wird.

Übermitteln die Körperwahrnehmung und der Gleichgewichtssinn unzureichend Reize an das Gehirn, so kann das Kind seine Körperspannung und somit auch seinen Wachsamkeitszustand ungenügend regulieren. Durch Bewegung versucht das Kind, die Informationsverarbeitung der Sinnessysteme durch vermehrte Stimulation zu verbessern und damit auch seine Wachheit zu steigern.

  • Klettern kommt somit dem Bewegungsdrang der Kinder entgegen und sie lernen spielerisch.
  • Durch die beim Klettern notwendige gezielte Bewegung, die hohe Muskelspannung und die Druck- und Zugreize auf die Gelenke fällt es dem Kind leichter, die Aufmerksamkeit zu fokussieren und länger bei einer Aufgabe zu bleiben.
  • Sie lernen, die Aufmerksamkeit zu teilen und gleichzeitig mehrere Aufgaben zu bearbeiten - eine Fähigkeit, die immer wieder im (Schul-)Alltag gefordert ist.
  • Beim Klettern werden neben den motorischen Fertigkeiten durch den Einsatz gezielter Boulderspiele auch kognitive und soziale Fähigkeiten gefördert: Raumorientierung, Reaktionsfähigkeit, Rücksichtnahme und Verantwortung für andere, Entwicklung von Gemeinschaftsgefühl, das Einhalten von Regeln, Ausdauerbereitschaft
  • Die Kinder lernen, Handlungsabläufe zu planen und einzuhalten; sie müssen Strategien entwickeln, um die vielfältigen Aufgaben bewältigen zu können.
  • Die vorgegebene Struktur der Therapiestunden erleichtert den Kindern die Orientierung und das Einhalten von Regeln.
  • Schnelligkeit und überhastete Bewegungen führen oft nicht zum Erfolg - die Kinder erhalten eine unmittelbare Rückmeldung, ob ihre Strategie erfolgreich ist und können diese Strategien dann auch im Alltag nützen.
  • Im Gegensatz zum Mannschaftssport sind sie alleine für Erfolg oder Misserfolg verantwortlich.
  • Beim Klettern sind schnell Erfolge sichtbar und dadurch wird auch das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt. Das Kind wird sich der eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst.
    Ein stabiles Selbstvertrauen hilft dem Kind, neue Situationen zu meistern, auf Menschen zuzugehen und Freunde zu finden, ausgeglichener und zufriedener zu sein